Der Fall Svante Odén – Unfall, Selbstmord oder Opfer im Kalten Krieg?

Heute kommen wir mal zu einen ganz kalten cold case aus Schweden. Es geht um Svante Odén, Meteorologe und Umweltforscher, verschollen unter mysteriösen Umständen in der Ostsee im Sommer 1986. Informationen über den Fall Odén sind äußerst spärlich; einen kurzen Wikipedia-Eintrag über den Skandinavier gibt es nur in seiner Landessprache; einige weitere biographische Daten – nicht zuletzt zu seinen Forschungen über den sauren Regen, damals in den Achtzigern ja ein heißes Thema – findet man in einem Profil im digitalen Riksarkivet. Zum Glück hat sich der schwedische Blogger Anders Jallai des vermissten Forschers 2016 in einer – wenn auch fiktionalen – Erzählung und einem Posting angenommen und zumindest ein wenig Licht ins Dunkel um die letzten Tage vor dessen Verschwinden

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Tobias Rathjen – paranoid schizophren?

Man muss ja wirklich kein Psychiater sein, um bei der Lektüre des „Manifests“ und anderer digitaler Hinterlassenschaften des Hanau-Amokläufers zu erkennen, dass der Autor wohl schon seit vielen Jahren nicht mehr alle Tassen im Schrank gehabt hat. Traurig, dass niemand die Warnzeichen erkannt hat. Lässt das, was Rathjen für seinen Nachlass zusammengeschrieben und -gefilmt hatte, möglicherweise auf einen Fall von paranoider Schizophrenie schließen? Vergleichen wir mal einige Schlüsselsätze im Manifest mit Beschreibungen der typischen Krankheitsbilder, wie sie die Online-Portale Neurologen und Psychiater im Netz (Link) sowie psycom.net zur Schizophrenie publiziert haben. Symptom 1: Die „Ich-Störung“ Dabei geht es um folgendes: „Betroffene glauben z.B., Außenstehende könnten ihre Gedanken lesen, beeinflussen oder sogar „wegnehmen“. Manche Patienten berichten, dass sie sich von außen

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Vadim Krasikov: Warum ballerte der Tiergarten-Killer mit einer Glock 26?

In einigen Punkten passt der Mord in Berlin an Zelimkhan Khangoshvili ja irgendwie zur Serie von GRU- und FSB-Auslandsaktivitäten der vergangenen Jahre (Stichwort: Sergei Skripal); nicht zuletzt in technischer Hinsicht gibt es aber einige vielleicht entscheidende Unterschiede. Hierzu ein paar Überlegungen, die vor allem mit dem Tatmittel, einer Pistole vom Typ Glock 26 zu tun haben. 1. Man könnte ja fast schon daran glauben, Vadim Krasikov alias Vadim Sokolov hätte das Attentat mit der offiziellen Dienstwaffe seiner zuständigen Spezialeinheit durchgeführt. Hierzu muss man wissen, dass der russische Staat in den Jahren 2008 bis 2012 für rund 478.000 Rubel (damals umgerechnet ca. 12.000 Euro) vermutlich etwa zwei Dutzend Exemplare der sogenannten Subcompact-Pistole Glock 26 beschafft hatte. Der Waffendeal zwischen dem Kreml

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Der Fall Uri Brodsky/Michael Bodenheimer – und ein vielleicht aufschlussreiches Interview …

Merkwürdiges Interview in einem merkwürdigen Fall, das Associated Press da mit dem Kölner Exstaatsanwalt Josef Rainer Wolf geführt hatte – und das seit einiger Zeit in einer längeren Version auf YouTube online steht.  Zunächst zum Hintergrund. Wir erinnern uns: Ein mutmaßliches Spezialkommando des Mossad – das Team Caesarea – liquidiert am 19. Januar 2010 im Hotel Al Bustan Rotana in Dubai den Hamas-Waffenbeschaffer Mahmud Al-Mabhuh in dessen Hotelzimmer. Intensive Ermittlungen der Polizei der Emirate ergeben, dass insgesamt 26 oder möglicherweise sogar noch mehr Tatbeteiligte involviert sind, die unter verschiedensten teils erfundenen, teils gestohlenen Identitäten aus Ländern wie der Schweiz, Italien, Frankreich und auch Deutschland nach Dubai ein- und ausgereist waren. Zu Fahndungszwecken wird unter anderem folgende Übersicht der Reiserouten von

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NSU-Skandal für Einsteiger: Das mysteriöse Zeugensterben

In Teil 2 unserer NSU-Serie geht es um die Chronologie der teilweise noch immer ungeklärten Todesfälle im Umfeld der Neonazi-Morde – Stichwort NSU-Zeugensterben. Insbesondere handelt es sich bei diesen Toten bekanntlich um Zeugen aus der Fascho-Szene oder um (höhere) Beamte, die in die Ermittlungen seit dem Untertauchen des Kerntrios im Jahr 1998 involviert waren. Wir gehen die Fälle mal nacheinander mit den wichtigsten Fakten durch: Erster mysteriöser Todesfall: Erwin Friese, Leiter Abhörtechnik des Landeskriminalamts Thüringen, im August 2000 erschossen aufgefunden in der Toilette des LKA in Erfurt. Die Tat gilt offiziell als Selbstmord. Friese war in seiner Position auch für das Abhören von Telefongesprächen von Rechtsextremisten mitverantwortlich. Dies dürfte mit einiger Sicherheit auch die Telefonüberwachung der untergetauchten NSU-Mitglieder bzw. von Personen

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Sowas macht doch ein Putin nicht: Kleine alternative Presseschau zum Skripal-Giftanschlag in Salisbury

Es dürfte ja kaum einen der erfahreneren Beobachter überrascht haben, wie leidenschaftlich pseudokritisch die Putin-Fanszene auch hierzulande auf den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergei Skripal im britischen Salisbury reagiert. Hat Putin wirklich einen Überläufer und dessen Tochter heimtückisch vergiften lassen? Nein, das kann nicht sein – das darf nicht sein. Mordanschläge? Sowas macht Russland nicht, sowas machen nur CIA, MI5 oder Mossad. Putin will doch nur den Frieden. Und sicherlich gibt es auch an der offiziellen Story der britischen Regierung einige berechtigte Zweifel; die größte Merkwürdigkeit ist hierbei sicherlich die räumliche Nähe des Giftlabors im Porton Down Science Park zum Tatort. Die spannende Frage aber ist, aber warum auch hierzulande ein beträchtlicher Teil der politischen Prominenz aus Linkspartei bis AfD,

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Al-Assad und die Fassbomben – warum der Hype?

Es ist ja gut und richtig dass über den Scheißkrieg in Syrien/Irak und die dort pervertierenden Formen der Kriegsführung so intensiv und kritisch in den Medien berichtet wird. Aber bitte mit Sachverstand. Daher einige Bemerkungen und Einsprüche zum Aufreger-Thema Nummer 1: Baschar al-Assad und seine berüchtigten „Fassbomben“. 1. Konventionelle Bomben vs. Fassbomben. Die unmittelbare Wirkungsweise klassischer freifallender (oder eben auch moderner gelenkter) Spreng- und Splitterbomben wie sie seit dem 1. Weltkrieg bis zum aktuellen Bürgerkrieg in Syrien/Irak weltweit eingesetzt werden lässt sich mit einer einfachen Definition ungefähr so beschreiben: Metallfragmente unterschiedlicher Größe und Form werden nach der Detonation der Bombe am Boden (oder in Bodennähe) konzentrisch in alle Richtungen geschleudert; eine starke Druckwelle breitet sich übertragen durch die umgebende Luft mehr oder

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Fetischsex und schlechte Zähne – Neues von der Videotext-Community

Wir hatten ja vor einigen Monaten schon mal was zu den skurrilen Videotext-Sonntagsfragen von N24 und Tele5 gebloggt – Stichwort AfD mit absoluter Mehrheit und so. Mittlerweile ist klar, dass es bei den übrigen Kanälen im Privatfernsehen kaum anders aussieht, was die politische Tendenz der VT-User angeht. In Sachen weltanschauliche Orientierung liefern jedenfalls verschiedene aktuelle Umfragen ein im Vergleich zu den berüchtigten Sonntagsfragen nicht minder eindeutiges Bild. Hier mal ein paar Highlights aus den derzeit laufenden TED-Umfragen zur Tagespolitik: Ungarn macht die Grenzen für Flüchtlinge dicht – 88,3% der Kabel1-Gucker meinen: coole Idee!

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Sonntagsfrage: Grüne 2,7%, AfD 59,7%

Was sind das eigentlich für Leute, die bei diesen merkwürdigen Videotext-Sonntagsfragen per kostenpflichtigem Telefonanruf ihre Stimme abgeben? Die Ergebnisse sorgen jedenfalls für Heiterkeit. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, dann hieße der nächste Bundeskanzler wohl Bernd Lucke – dank einer satten absoluten Mehrheit seiner AfD von 59,7% laut TV-Befragung von N24. Neue Oppositionsführerin wäre die SPD mit 12%; die Grünen scheitern allerdings der Tele-Umfrage zufolge mit jämmerlichen 2,7% an der 5-Prozent-Hürde. Zu lachen hätten die Liberalen, die mit immerhin 6,4% wieder ins Parlament einzögen.         Witzigerweise sieht es bei der Videotext-Umfrage von Tele 5 in Sachen Stimmenverteilung nicht viel anders aus – nämlich genau so absurd. Hier kommt die AfD aktuell sogar auf 63,7%. Die FDP verfehlt – wie bei den Wahlen 2013

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