Tatort

Ohne Kommentar.

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Hitlers Leiche, Linzer Torte

Trügt eigentlich der Eindruck, oder laufen auf N24 wirklich den ganzen Tag über nur Katastrophen-, Knast- und Kriegsdokus? Dem (vermutlich agenturbetreuten, jedenfalls PR-Sprech-belasteten) Wikipedia-Artikel zufolge liefert uns der Nachrichtensender “bildstarke Dokumentationen und Reportagen über geschichtliche, technische und populärwissenschaftliche Themen” ins Haus; wirklich falsch ist diese offiziöse Beschreibung ja nicht, zappt man aber vor allem zu späterer Stunde mal auf den Nachrichtensender, dominieren gefühlt mehr oder weniger fünf Themenbereiche den Doku-Mix: Militär- (konkreter: Spezialeinsätze der USA ab 2001 ff., verlorene Schlachten der Wehrmacht) und Nazihistorie (“Auf der Suche nach Hitlers Leichnam”), Mystery/Okkultismus (Area 51, “Moderne Geisterjäger”), Flug- und Schiffskatastrophen (Titanic, Freak Waves) sowie der Weltuntergang in allen nur irgendwie denkbaren Varianten – wobei die tödlichen Bedrohungen von den Doku-Machern bevorzugt in den Weiten des Weltraums (Asteroiden, Aliens, schwarze Löcher, rote Riesen usw.) verortet werden. Die übrigen Doku-Titel wie “Superteleskope” oder “Wie die Linzer Torte gebacken wird” wirken inmitten von soviel Grusel-, Angst- und Apokalypsen-TV schon fast skurril und deplatziert.

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Herr Peng, Fundstücke #1

Ich mag Herrn Pengs Pengart. Vor allem die Sprüche. Hier ein paar (weniger bekannte bzw. weniger leicht zu findende) Beispiele aus seinem bisherigen kreativen Schaffen in Offenbach, aktuelle Fotos:

Empfohlen sei übrigens die Doku “Against the Grey” (wer sucht, der findet), hier liefert Herr Peng ein paar O-Töne zu seiner Streetart bzw. dem Pengstyle (ca. ab Minute 16:00).

-MR

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Der Tote im Kornfeld: Ricky McCormick

Sein Vermächtnis sind zwei handbeschriebene Notizblätter mit Buchstaben- und Zahlenfolgen, von denen bis heute keiner so recht weiß, ob es sich wirklich um codierte Botschaften oder vielleicht doch nur um das Gekrakel eines delinquenten Analphabeten handelt. Nach Aussagen seiner Familie konnte der im Juni 1999 mutmaßlich ermordete RickyMcCormick aus St. Louis, Missouri, jedenfalls höchstens seinen eigenen Namen zu Papier bringen. Die Leiche des zum Todeszeitpunkt 41-jährigen entdeckte ein örtlicher Farmer wenige Tage nach dessen Verschwinden in einem Kornfeld in St. Charles County – einem berüchtigten “Leichenablageplatz” örtlicher Schwerkrimineller. In den Hosentaschen des Toten fanden die Ermittler die beiden Zettel, die nach zwölf Jahren erfolgloser Ermittlungs- und Dechiffrierversuche schließlich im März 2011 als Scans auf der Website des FBI veröffentlicht wurden – verbunden mit dem Eingeständnis “we could use some help with this one.”

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YOGTZE revisited

Ein Mann hat Angst  - “unwahrscheinliche Angst”. Er ist sich sicher: “Die Nacht passiert noch was, was ganz fürchterliches”.

Der von Todesängsten geplagte und in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 1984 unter mehr als mysteriösen Umständen Verstorbene heißt Günter Stoll. Der Siegerländer ist seit nunmehr fast 30 Jahren eine der Kultfiguren vieler Fans von Aktenzeichen XY Ungelöst, der TV-Sendung, die sich einem der skurrilsten Kriminalfälle der Achtziger in der Sendung vom 12. April 1985 in einem 15-minütigen Filmchen annahm – ohne aber letztlich viel Licht ins Dunkel zu bringen, trotz vieler Zuschauerhinweise. Zahllos die Threads in Internetforen, in denen die nächtlichen Vorkommnisse auf der A45 – vor allem unter Brummifahrern als Sauerlandlinie bekannt – zwischen Dillenburg und Hagen bis heute diskutiert werden.

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Abrüsten!

Sport ist Krieg. Jedenfalls für nicht wenige Sportjournalisten, die Niederlagen auf dem Spielfeld regelmäßig als traumatische Ereignisse und schwere Ehrverletzung deuten wollen. Auch dieser Tage wird mal wieder deklassiert und degradiert, was das Zeug hält, wie einige aktuelle Schlagzeilen zeigen:

Euro League: Real demontiert Milan

BVB demontiert Stuttgart

Dortmund deklassiert den VfB

Bayern München deklassiert Montepaschi Siena

Vorstadt degradiert VfL im Derby

Abstiegskampf: Hamburg demütigt Nürnberg

Tipp unter Sportsfreunden: Abrüsten! – und die offiziellen FIFA-Richtlinien lesen, Stichwort “unsportliches Verhalten”. Die gelbe Karte hätte sich auch mancher Sportredakteur verdient.

-MR

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Klimagefährder Windkraft?

Schockwellen hatte sie trotz ihrer für viele wohl überraschenden Befunde ja nicht gerade ausgelöst, die 2004 veröffentlichte Studie mit dem Titel The influence of large-scale wind power on global climate. Selbst eingefleischte Klimaskeptiker brachten seinerzeit kaum mehr als einige (allerdings auf höchst oberflächlicher Lektüre basierende) hämische Kommentare zu Papier – oder ins Fernsehen (Fox News etc.). Schade eigentlich. Denn das spröde Datenwerk lohnt genauer rezipiert zu werden, spannend und anregend sind die Analysen des Forscherteams um David Keith, Professor an der University of Calgary, nämlich allemal.

Kommen wir direkt zur Sache. Wie die Wissenschaftler durch Modellreihen herausfanden, können Windparks eine nicht zu vernachlässigende (“nonnegligible”) Wirkung auf das kontinentale Klima haben, genauer gesagt: Sie können offensichtlich unter gewissen Umständen sogar zur lokalen Erwärmung beitragen. Wie das? Erklären wir es plastisch: Die Rotoren der Windparks schaufeln warme Luft aus höheren athmosphärischen Schichten abwärts bzw. erzeugen Wärme aufgrund der durch die Bewegung entstehenden Reibung, zugleich bremsen sie den Wind ab – die Studie nennt den Faktor minus 40% - und stören damit den Windfluss in Bodennähe – ein Effekt, der vor allem dadurch an Bedeutung gewinnt, dass der Wind eben nicht nur kinetische Energie transportiert, sondern auch Wärme und Luftfeuchtigkeit.

Moment mal: Die Windkraft ein Klimakiller? Die Forscher beeilen sich zwar bereits in der Einleitung, einen schädigenden Einfluss der beschriebenen Phänomene auf das globale Klima ausdrücklich zu verneinen (O-Ton: “currently negligible in comparison with other anthropogenic climate forcings…”), doch gilt es zu fragen, ob derlei Beteuerungen nicht vor allem als Zugeständnisse an den in der Klimazunft bekanntlich rabiat verteidigten scientific consensus  zu werten sind, oder vereinfacht gesagt: an die Dogmen der Political Correctness. Soviel scheint jedenfalls klar, denn so können die Befunde der Studie eben auch interpretiert werden: Die Windkraft kann ihren Status als Klimaretter nur dann verteidigen, wenn sich erweist, dass (1.) Windparks das Klima weniger negativ beeinflussen, als diejenigen CO2-erzeugenden Energiequellen, die sie ersetzen, bzw. wenn (2.) die These von der akuten Klimaschädlichkeit des CO2 überhaupt von Tatsachen gedeckt ist. Da letztere Weisheit nicht erst seit Fritz Vahrenholts Kalter Sonne an Fragwürdigkeit gewinnt, könnte die Diskussion um Pro und Contra der Windkraft vielleicht noch mal spannend werden.

Die Originalstudie gibt’s übrigens hier: http://www.pnas.org/content/101/46/16115.full

-MR

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Heute schon gescheitert?

Welchen Namen trägt eines der abgegriffensten Klötzchen im Wortbaukasten des Online-Journalismus? Eine spontane Suche mit Google News (von heute) liefert uns die Antwort:

Das Projekt Euro ist gescheitert (tagesschau.de)

Neckermann: Verhandlungen gescheitert (faz.de)

Hygiene-Ampel für Gaststätten gescheitert (focus.de)

Deutscher Opel-Chef gescheitert (derwesten.de)

usw. usf.

Der zweite Klassiker kommt direkt vom Börsenparkett, auch hier scheitert man offensichtlich Tag für Tag an der Formulierung origineller Überschriften:

EU-Gipfel beflügelt DAX (welt.de)

Aktionsplan der Notenbanken beflügelt DAX (ftd.de)

USA und EZB beflügeln: DAX schafft sattes Plus (n-tv.de)

-MR

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