Sonntagsfrage: Grüne 2,7%, AfD 59,7%

Was sind das eigentlich für Leute, die bei diesen merkwürdigen Videotext-Sonntagsfragen per kostenpflichtigem Telefonanruf ihre Stimme abgeben? Die Ergebnisse sorgen jedenfalls für Heiterkeit. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, dann hieße der nächste Bundeskanzler wohl Bernd Lucke – dank einer satten absoluten Mehrheit seiner AfD von 59,7% laut TV-Befragung von N24. Neue Oppositionsführerin wäre die SPD mit 12%; die Grünen scheitern allerdings der Tele-Umfrage zufolge mit jämmerlichen 2,7% an der 5-Prozent-Hürde. Zu lachen hätten die Liberalen, die mit immerhin 6,4% wieder ins Parlament einzögen.         Witzigerweise sieht es bei der Videotext-Umfrage von Tele 5 in Sachen Stimmenverteilung nicht viel anders aus – nämlich genau so absurd. Hier kommt die AfD aktuell sogar auf 63,7%. Die FDP verfehlt – wie bei den Wahlen 2013

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Filmrezi: „Room 237“ (2012, Doku zu „The Shining“)

Sorry, aber „Room 237“ ist ziemlicher Murks. Bei Filmen, die auf der DVD-Hülle mit „mind-blowing“ oder „…absolute must-see“ beworben werden, ist von vornherein Vorsicht angebracht. So auch hier. Die Doku von Regisseur Rodney Ascher zerfasert einfach in zu viele, teils plausible, teils aber eben nur halbplausible, mitunter fast manisch wirkende Versuche, der Story hinter der Story von „The Shining“ und den Intentionen bzw. tieferen Ebenen der Stephen-King-Adaption von Stanley Kubrick auf die Schliche zu kommen. Dennoch: Respekt für den Versuch! Interessant ist das Werk immerhin durch seine detailreiche Entblößung des „Overlook Hotels“ als irrealer Schauplatz bzw. künstliches Setting jenseits der Realität, als ein Unort. Insofern kann sich „Room 237“ durchaus als ein eye-opener für Shining-Einsteiger erweisen, bei denen die spatial

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Neues zum Fall YOGTZE (?)

Zum Fall YOGTZE fällt einem immer wieder etwas Neues ein. Wie wäre es hiermit: Ein alter Schimanski-Tatort aus dem Jahr 1982 liefert möglicherweise entscheidende Hinweise für die Aufklärung der merkwürdigen und letztlich tödlichen Irrfahrt von Günter Stoll in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 1984. Zunächst zum Hintergrund: In der zuerst am 12. Dezember 1982 ausgestrahlten Produktion des WDR (Tatort-Folge 143) ermitteln „Schimmi“ und Thanner im Umfeld einer Agentur aus Amsterdam, die Kinder aus Ostasien (mehr oder weniger unbürokratisch) an Adoptiveltern vermittelt – auch nach Deutschland, und dies gegen hierzulande geltendes Gesetz. Zuvor war eines der Kinder, bei dem Typhus als Todesursache diagnostiziert wird, nach improvisierter Bestattung in einem Korb treibend im Rhein bei Duisburg aufgefunden worden. Als Folge der Ermittlungen in

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N24: Hitlers Leiche, Linzer Torte

Trügt eigentlich der Eindruck, oder laufen auf N24 wirklich den ganzen Tag über nur Katastrophen-, Knast- und Kriegsdokus? Dem (vermutlich agenturbetreuten, jedenfalls PR-Sprech-belasteten) Wikipedia-Artikel zufolge liefert uns der Nachrichtensender „bildstarke Dokumentationen und Reportagen über geschichtliche, technische und populärwissenschaftliche Themen“ ins Haus; wirklich falsch ist diese offiziöse Beschreibung ja nicht, zappt man aber vor allem zu späterer Stunde mal auf den Nachrichtensender, dominieren gefühlt mehr oder weniger fünf Themenbereiche den Doku-Mix: Militär- (konkreter: Spezialeinsätze der USA ab 2001 ff., verlorene Schlachten der Wehrmacht) und Nazihistorie („Auf der Suche nach Hitlers Leichnam“), Mystery/Okkultismus (Area 51, „Moderne Geisterjäger“), Flug- und Schiffskatastrophen (Titanic, Freak Waves) sowie der Weltuntergang in allen nur irgendwie denkbaren Varianten – wobei die tödlichen Bedrohungen von den Doku-Machern bevorzugt in

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Herr Peng, Fundstücke #1

Ich mag Herrn Pengs Pengart. Vor allem die Sprüche. Hier ein paar (weniger bekannte bzw. weniger leicht zu findende) Beispiele aus seinem bisherigen kreativen Schaffen in Offenbach, aktuelle Fotos: Empfohlen sei übrigens die Doku „Against the Grey“ (wer sucht, der findet), hier liefert Herr Peng ein paar O-Töne zu seiner Streetart bzw. dem Pengstyle (ca. ab Minute 16:00). -MR

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Der Tote im Kornfeld: Ricky McCormick

Sein Vermächtnis sind zwei handbeschriebene Notizblätter mit Buchstaben- und Zahlenfolgen, von denen bis heute keiner so recht weiß, ob es sich wirklich um codierte Botschaften oder vielleicht doch nur um das Gekrakel eines delinquenten Analphabeten handelt. Nach Aussagen seiner Familie konnte der im Juni 1999 mutmaßlich ermordete RickyMcCormick aus St. Louis, Missouri, jedenfalls höchstens seinen eigenen Namen zu Papier bringen. Die Leiche des zum Todeszeitpunkt 41-jährigen entdeckte ein örtlicher Farmer wenige Tage nach dessen Verschwinden in einem Kornfeld in St. Charles County – einem berüchtigten „Leichenablageplatz“ örtlicher Schwerkrimineller. In den Hosentaschen des Toten fanden die Ermittler die beiden Zettel, die nach zwölf Jahren erfolgloser Ermittlungs- und Dechiffrierversuche schließlich im März 2011 als Scans auf der Website des FBI veröffentlicht wurden – verbunden

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YOGTZE revisited

Ein Mann hat Angst  – „unwahrscheinliche Angst“. Er ist sich sicher: „Die Nacht passiert noch was, was ganz fürchterliches“. Der von Todesängsten geplagte und in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 1984 unter mehr als mysteriösen Umständen Verstorbene heißt Günter Stoll. Der Siegerländer ist seit nunmehr fast 30 Jahren eine der Kultfiguren vieler Fans von Aktenzeichen XY Ungelöst, der TV-Sendung, die sich einem der skurrilsten Kriminalfälle der Achtziger in der Sendung vom 12. April 1985 in einem 15-minütigen Filmchen annahm – ohne aber letztlich viel Licht ins Dunkel zu bringen, trotz vieler Zuschauerhinweise. Zahllos die Threads in Internetforen, in denen die nächtlichen Vorkommnisse auf der A45 – vor allem unter Brummifahrern als Sauerlandlinie bekannt – zwischen Dillenburg und Hagen bis heute

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