Mittlerweile haben sich ja in Sachen „russische Fenster- und Balkonstürze“ schon wieder so viele neue Fälle angesammelt, dass es für einen Teil 2 und 3 (!) unserer Serie mehr als ausreicht. Deswegen kommen heute auf einen Schlag sechs neue Episoden für die Jahre 2021 und 2022, sortiert in chronologischer Reihenfolge. Teil 3 folgt in Kürze. Kirill Alexeyevich ZHALO (19. Oktober 2021, 3. Stock, Fenster, Berlin, verstorben) War es Selbstmord, als Kirill Zhalo an diesem frühen Morgen im Herbst 2021 aus dem
WeiterlesenKategorie: kriminalfälle
Kleine Geschichte der russischen Fenster- und Balkonstürze (Teil 1: 2014-2020)
Die meisten Unfälle passieren ja bekanntlich in den eigenen vier Wänden. Und laut einer Studie aus 2016 entfallen rund 80 Prozent aller solch tragischer Ereignisse mit tödlichem Ausgang auf Stürze – typischerweise aus Fenstern oder von Balkonen. Klassische Risikofaktoren sind hierbei offenbar Alter, chronische Krankheiten, geringer sozialer Status. Verschärft wird das Sturzrisiko offenbar auch dadurch, dass man Funktionären des Kreml-Regimes irgendwie in die Quere kommt. Hier einige Beispiele aus jüngerer Zeit: Scot YOUNG (8. Dezember 2014, 4. Stock, Fenster, Marylebone,
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Jennifer Fairgate oder Jean-Yves Fagède?
Kleine Buchstabenspielerei zum Fall der sogenannten Plaza-Frau, 1995. Die Merkwürdigkeiten fangen ja bereits bei den Vor- und Nachnamen an, auf welche die mysteriöse Anruferin im Mai das Hotelzimmer in Oslo gebucht hatte. Der Rezeptionist notierte während oder nach dem Telefonat bekanntlich Jennifer Fairgate und vermerkte als zweiten Gast einen Lois mit gleichem Nachnamen. Zumindest das zweite Telefonat – bei dem der zweite Gast nachgemeldet wurde – führte man offenbar auf Deutsch (Quelle) – das erste auf Englisch? Sowenig die Details
WeiterlesenSetagaya 2000: Täter kein Skater, sondern Baseball-Fan?
20 Jahre intensive Ermittlungen, doch noch immer ist die Täterschaft im Fall Miyazawa (japanisch: 世田谷一家殺害事件) ungeklärt. Zu den Hypothesen der japanischen Ermittler gehört ja unterem, dass der Täter der lokalen Tokyoter Skater-Szene angehört haben könnte. Dafür gibt es aufgrund der am Tatort zurückgelassenen Kleidung, der unmittelbaren räumlichen Nähe des beliebten Sochigaya-Parks und belegbaren Streitereien zwischen Familienoberhaupt Mikio Miyazawa und Mitgliedern ebendieser Szene ja auch einige nachvollziehbare Gründe. Was aber wäre, wenn der Täter weniger persönliche Verbindungen zum Skaten als vielmehr
WeiterlesenVadim Krasikov: Warum ballerte der Tiergarten-Killer mit einer Glock 26?
In einigen Punkten passt der Mord in Berlin an Zelimkhan Khangoshvili ja irgendwie zur Serie von GRU- und FSB-Auslandsaktivitäten der vergangenen Jahre (Stichwort: Sergei Skripal); nicht zuletzt in technischer Hinsicht gibt es aber einige vielleicht entscheidende Unterschiede. Hierzu ein paar Überlegungen, die vor allem mit dem Tatmittel, einer Pistole vom Typ Glock 26 zu tun haben. 1. Man könnte ja fast schon daran glauben, Vadim Krasikov alias Vadim Sokolov hätte das Attentat mit der offiziellen Dienstwaffe seiner zuständigen Spezialeinheit durchgeführt.
WeiterlesenNachgerechnet: Die Geldprobleme der „RAF-Rentner“
Heute mal ein kleines Rechenspielchen zur Serie der Supermarkt- und Geldtransporterüberfälle, mit denen die untergetauchten Ex-RAF-Mitglieder Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette angeblich seit 1999 die Polizei in Atem halten. Das Leben im Untergrund ist ja traditionell nicht nur riskant, sondern vor allem auch äußerst kostspielig; rund 2,5 Millionen Euro sollen die Angehörigen der Rote Armee Fraktion seitdem erbeutet (und verbraucht) haben, wie BILD 2018 über die RAF-Rentner berichtete. Spannend wird das Thema Beute, wenn man mal ausrechnet, wie
WeiterlesenNSU-Skandal für Einsteiger: Bombenanschlag Köln-Keupstraße
Heute starten wir auf diesem Blog eine neue Serie, in der wir einige der wichtigsten Einzelereignisse aus der Mord- und Anschlagsserie des NSU mit den jeweils zum Verständnis wichtigsten Tatsachen und Details zum Tathergang schildern wollen. Zweitens und vor allem sollen die drängendsten offenen Fragestellungen zu den einzelnen Fällen vorgestellt werden – und zwar ohne den in der „NSU-Aufklärer-Szene“ üblichen Klugscheißer-Jargon. Ebenso sollen rein spekulative Erklärungsansätze eine untergeordnete Rolle spielen. Zeitlich fällt der Kölner Bombenanschlag in die Mitte der Ceska-Mordserie
WeiterlesenWas hat Andreas Temme am NSU-Tatort Kassel gehört? Neue britische Erkenntnisse zum Mord an Halit Yozgat
Mehr als zehn Jahre liegt der Mord an Halit Yozgat in einem Internetcafé in Kassel-Nordstadt mittlerweile zurück – und noch immer ungeklärt sind vor allem zwei Fragen: (1.) Warum war Andreas Temme, Mitarbeiter des hessischen Landesverfassungsschutzes und zum damaligen Zeitpunkt Führer mehrerer V-Leute in der Nazi- und Islamismus-Szene, überhaupt während der Tat in einem Hinterzimmer anwesend? Und (2.) was hat Temme von der Gewalttat selber wahrgenommen? Was hat er gesehen, was hat er gehört, als der 21-jährige Yozgat nur wenige
WeiterlesenDer Fall „Isdal Woman“ – der Geheim-Code und offene Fragen
Endlich steht der Original-Code der sogenannten Isdal Woman als unveränderter Scan zur Verfügung – gedankt sei dem norwegischen Online-Magazin NRK, das den ganzen Fall seit diesem Jahr im Rahmen eines spannend klingenden Rechercheprojekts neu aufrollen (und hoffentlich mittels einer bereits gestarteten DNA-Untersuchung lösen) will. Daher an dieser Stelle einige kurze Anmerkungen, spontane Ideen und offene Fragen zu den spärlichen schriftlichen Hinterlassenschaften der mysteriösen Isdal-Frau. 1. Code ohne Codierung? Man kann sich in der Tat fragen, ob die in den Koffern gefundenen Aufzeichnungen
WeiterlesenDer Fall Josef Klatzka und seine Merkwürdigkeiten
Die auffälligste Besonderheit des Falls Josef Klatzka (Fakten zum Fall) ist die Diskrepanz zwischen der Kaltschnäuzigkeit und Professionalität der Täter und der – soweit die Hintergründe bekannt sind – relativen „Bedeutungslosigkeit“ des Mordopfers wie auch der Summe des geraubten Vermögens. Einige mögliche Denkanstöße und relevant erscheinende Fragen im Überblick: 1. Der Vertrauensfaktor. Rund zwei Stunden hielt sich nach den Informationen aus Aktenzeichen XY der mutmaßliche (Mit-)Täter mit dem Alias „Heinz Schastock“ (vielleicht auch „Szastok“?) am Abend des 4. April 1970 in
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