Medienschelte: Geht AfD-Kritik auch intelligent?

Einige Journalisten wären besser beraten wenn sie sich ihren Frust und ihre Irritation über die Wahlerfolge der AfD weniger deutlich anmerken ließen. Wo bleiben Humor und Selbstdistanz? Ein Beispiel dafür, wie schlechter, wenngleich vielleicht gut gemeinter Journalismus aussieht, lieferte DER SPIEGEL mit seiner berüchtigten Titelstory „Die Hassprediger“ (06/2016). Das sechsköpfige Redakteursteam schaffte es, auf zehn Textseiten gleich elfmal das überhaupt ziemlich gehypte AfD-fordert-Schießbefehl-gegen-Flüchtlinge-Thema mittels variierender Schlagworte bzw. in wandelnden Formulierungen unterzubringen: „… Schüsse an der Grenze … auf Frauen und Kinder geschossen … Massenerschießungen … nicht geschossen (Seite 13) … Schießbefehle … Schusswaffen (Seite 14) … Schusswaffengebrauch … Waffengewalt (Seite 15) … Schusswaffen (Seite 16) … schießen … Schusswaffengerede (Seite 18) …“

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Sonntagsfrage: Grüne 2,7%, AfD 59,7%

Was sind das eigentlich für Leute, die bei diesen merkwürdigen Videotext-Sonntagsfragen per kostenpflichtigem Telefonanruf ihre Stimme abgeben? Die Ergebnisse sorgen jedenfalls für Heiterkeit. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, dann hieße der nächste Bundeskanzler wohl Bernd Lucke – dank einer satten absoluten Mehrheit seiner AfD von 59,7% laut TV-Befragung von N24. Neue Oppositionsführerin wäre die SPD mit 12%; die Grünen scheitern allerdings der Tele-Umfrage zufolge mit jämmerlichen 2,7% an der 5-Prozent-Hürde. Zu lachen hätten die Liberalen, die mit immerhin 6,4% wieder ins Parlament einzögen.         Witzigerweise sieht es bei der Videotext-Umfrage von Tele 5 in Sachen Stimmenverteilung nicht viel anders aus – nämlich genau so absurd. Hier kommt die AfD aktuell sogar auf 63,7%. Die FDP verfehlt – wie bei den Wahlen 2013

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